Sichtbarkeit & KI-Suche23. Juni 2026 

Domain-Umzug 2026: Google verschaerft Anforderungen an Change of Address

Google hat am 17.06.2026 die Migrations-Doku aktualisiert. Alle Subdomain- und WWW-Varianten muessen jetzt mit umziehen. Was wir aus der eigenen Umstellung gelernt haben.

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Domain-Umzug 2026: Google verschaerft Anforderungen an Change of Address

Das Wichtigste in Kürze

Google hat am 17.06.2026 die Search-Central-Doku zu Domain-Migrationen aktualisiert. Wer eine Website auf eine neue Domain umzieht, soll jetzt jede Subdomain, jede WWW- und non-WWW-Variante separat in der Search Console verifizieren und einen eigenen Change-of-Address-Antrag stellen. Auch dann, wenn die Variante gar nicht aktiv genutzt wird. Wir haben den Schritt gerade selbst gemacht und teilen unsere Erfahrungen.

Was Google neu sagt

Die alte Empfehlung lautete: Verifizieren Sie die alte und die neue Domain in der Search Console, stellen Sie einen Change-of-Address-Antrag. Punkt. Die neue Formulierung geht weiter. Wer von alt-domain.de auf neu-domain.de umzieht, soll auch www.alt-domain.de, alt-domain.de ohne WWW sowie alle aktiv oder inaktiv vorhandenen Subdomains wie en.alt-domain.de separat behandeln (Google Search Central, Site Moves).

Der Hintergrund laut Search Engine Journal: Google folgt teilweise eigenen Crawl-Pfaden über alte Linkstrukturen. Wenn ein einzelner Backlink auf en.alt-domain.de zeigt und diese Subdomain im Umzug fehlt, kann das die Migration verzögern oder Ranking-Verluste auf neuen URLs verursachen (Search Engine Journal, 18.06.2026).

Wir lesen den Text aus Sicht eines KMU so: Was vorher als „nice to have" galt, ist jetzt der offizielle Pfad. Wer den nicht geht, riskiert unvollständige Signalübertragung.

Was das praktisch bedeutet

Eine konkrete Liste der Pflichtschritte für einen Domain-Umzug nach neuer Google-Doku:

  1. Alle Varianten der alten Domain verifizieren. Mit WWW, ohne WWW, HTTP und HTTPS, plus alle Subdomains.
  2. Alle Varianten der neuen Domain verifizieren. Gleiche Liste, für die neue Adresse.
  3. 301-Redirects einrichten. Pro alter Variante einen passenden 301 auf das neue Ziel. Auch bei inaktiven Subdomains, falls vorhanden.
  4. Change-of-Address-Antrag pro alter Variante stellen. In der Search Console unter Einstellungen.
  5. Redirects mindestens 12 Monate aktiv halten. Google nennt das die Mindestdauer für Signalübertragung.
  6. Sitemap der neuen Domain einreichen. Inklusive der ehemals auf Subdomains liegenden Inhalte, soweit sie auf die neue Hauptdomain konsolidiert wurden.

Das klingt nach Routine, ist es bei wachsenden Sites aber nicht. Wer eine englischsprachige Subdomain oder ein altes Blog auf einer Sub-Subdomain hatte, hat hier eine Inventur zu machen.

Unsere Erfahrung mit dem Umzug auf waterproof.agency

Wir haben unsere eigene Hauptdomain im Juni 2026 von waterproof-web-wizard.de auf waterproof.agency umgestellt. Gleichzeitig haben wir das CMS von WordPress auf TYPO3 14 LTS gewechselt. Beide Schritte parallel zu machen war eine bewusste Entscheidung. Wer einmal migriert, soll alles in einem Zug haben.

Drei Punkte aus unserer Praxis, die andere im KMU-Bereich auch betreffen:

1. Subdomain-Inventur kostet mehr Zeit als gedacht. Wir hatten neben der Hauptdomain noch eine Test-Subdomain, einen alten Newsletter-Endpunkt und eine vergessene Staging-Umgebung. Drei Stellen, die im DNS standen, im Search-Console-Account aber nicht alle. Wir mussten erst verifizieren, dann redirecten, dann den Change-of-Address-Antrag stellen.

2. 301-Redirects auf TYPO3 brauchen ein eigenes Konzept. WordPress arbeitet meist mit Plugins für Redirects. TYPO3 hat das System-Extension redirects direkt eingebaut. Wir haben rund 240 alte URL-Patterns auf die neuen TYPO3-URLs gemappt. Davon waren etwa 60 reine Slug-Korrekturen, der Rest neue Pfad-Strukturen.

3. Search-Console-Daten brauchen Zeit. Drei Tage nach dem Umzug sahen wir noch alte Impressions auf der alten Domain. Erst nach etwa 10 Tagen verschoben sich die Daten Richtung neuer Domain. Das deckt sich mit Googles Aussage zur Mindestdauer von 12 Monaten für die Signalübertragung.

Was bei KMU-Sites typischerweise schiefgeht

Wir betreuen WordPress- und TYPO3-Sites im DACH-Raum. Diese Fehler sehen wir bei Domain-Umzügen oft:

  • Nur die Hauptdomain wird redirected. Die WWW- oder non-WWW-Variante zeigt ins Leere. Folge: Rankings auf der falschen Variante verschwinden.
  • Sitemap zeigt noch alte URLs. Wer die Sitemap nach dem Umzug nicht regeneriert, schickt Google falsche Signale.
  • Robots.txt vergessen. Die alte robots.txt blockiert manchmal Pfade, die auf der neuen Domain offen sein sollen.
  • Internal Links bleiben auf der alten Domain. Wer einen Texteditor-Search-and-Replace auslässt, hat hunderte interne Verlinkungen, die noch über den Redirect laufen.
  • Hreflang-Tags zeigen ins Leere. Bei mehrsprachigen Sites ein häufiges Problem.

Wer hier eine systematische Liste hat, vermeidet die meisten Stolperfallen. Wer eine Migration ohne Plan startet, verliert messbar Rankings.

Warum gerade jetzt aktiv werden lohnt

Der Mai-2026-Core-Update ist seit Anfang Juni komplett ausgerollt (Google Search Status). Wer in diesem Update Sichtbarkeit verloren hat, denkt vielleicht über technische Aufräumarbeiten nach. Eine Domain-Migration ist eine gute Gelegenheit, gleich mehrere Baustellen zu schließen: Tracking-Setup, URL-Struktur, robots.txt, Sitemap, Schema-Markup, Core-Web-Vitals.

Wichtig dabei: Eine Migration ist kein Ranking-Booster. Sie ist eine Konsolidierung. Wer Ranking-Verbesserungen erwartet, wird enttäuscht. Wer realistisch plant, hat danach eine saubere Basis für die nächsten Jahre.

Die Google-Aktualisierung passt zu einem größeren Muster. Seit dem May 2026 Core Update und dem GSC AI Performance Report im Juni dreht Google an mehreren Stellen an den Anforderungen. Wer als KMU heute schon sauber arbeitet, hat einen Vorsprung gegenüber Wettbewerbern, die sich erst beim nächsten Update bewegen.

Checkliste vor jeder Domain-Migration

Eine Migration plant niemand spontan. Wir empfehlen folgende Reihenfolge:

  1. DNS-Inventur: Alle Subdomains, A-Records, CNAMEs auflisten.
  2. Search-Console-Inventur: Welche Varianten sind bereits verifiziert, welche fehlen.
  3. 301-Mapping vorbereiten: Alte URL gegen neue URL, im Idealfall als CSV.
  4. Tracking-Setup vorbereiten: Google Analytics, Search Console, Tag Manager für die neue Domain.
  5. Soft-Launch der neuen Domain: Erst mit Noindex, dann Test, dann freigeben.
  6. Change-of-Address pro Variante: Beantragen, sobald die neue Domain stabil indexiert.
  7. Monitoring für 12 Monate: Coverage-Report, Impressions, Klick-Verteilung.

Wer diese Reihenfolge durchhält, hat eine kontrollierte Migration. Wer Schritte überspringt, riskiert die Ranking-Verluste, die Migrationen oft einen schlechten Ruf geben.

Was wir KMU-Kunden raten

Eine Migration ist kein DIY-Projekt für ein Wochenende. Sie ist ein Prozess über mehrere Wochen, der Recherche, Planung, Umsetzung und Monitoring umfasst. Wer das intern hat, gut. Wer nicht, holt sich Unterstützung.

Was zwingend intern bleiben muss: die Entscheidung, ob und wann migriert wird. Was sich auslagern lässt: die technische Umsetzung, das 301-Mapping, das Search-Console-Setup und das spätere Monitoring. Wir machen das für Kunden im KMU-Bereich regelmäßig. Wer aktuell vor einer Umstellung steht und nicht sicher ist, ob alle Schritte abgedeckt sind, kann das Potenzial prüfen lassen.

Fazit

Die Google-Aktualisierung vom 17.06.2026 ist kein Paradigmenwechsel. Sie ist eine Präzisierung. Was vorher informell empfohlen wurde, steht jetzt explizit in der Doku. Für KMU heißt das: Wer eine Domain-Migration plant, plant von Anfang an mit allen Varianten. Wer mitten in einer Migration steckt, prüft den Stand. Wer fertig ist, kontrolliert nach.

Wir haben das auf der eigenen Site durchgespielt und kennen die Stolperfallen. Eine saubere Migration ist machbar, kostet aber Disziplin und Vorarbeit. Wer das nicht aufbringt, verschiebt das Vorhaben oder holt sich Unterstützung.

FAQ

Brauche ich wirklich für jede Subdomain einen eigenen Change-of-Address-Antrag?

Ja, nach der neuen Google-Empfehlung. Auch wenn die Subdomain aktuell nicht aktiv ist. Hintergrund: Google kann über alte Backlinks zu inaktiven Subdomains crawlen und bei fehlendem Redirect-Pfad falsche Signale erhalten.

Wie lange dauert eine vollständige Migration in der Search Console?

Erste Daten verschieben sich nach 7 bis 14 Tagen. Eine vollständige Signalübertragung dauert laut Google bis zu 12 Monate. Die Redirects müssen mindestens diesen Zeitraum aktiv bleiben.

Verliere ich bei einer Migration immer Rankings?

Eine sauber durchgeführte Migration mit kompletten 301-Redirects, allen Varianten in der Search Console und korrekter Sitemap verliert wenig bis nichts. Eine schlampige Migration kann 20 bis 40 Prozent organischen Traffic kosten. Der Unterschied liegt in der Vorbereitung.

Was tun, wenn ich vor der Aktualisierung schon migriert habe?

Prüfen Sie, welche Varianten Sie damals verifiziert haben. Wenn Subdomains oder die WWW-Variante fehlen, holen Sie das nach. Verifizieren, redirecten, Change-of-Address stellen. Auch nachträglich.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Migration?

Nicht während eines Core Updates, nicht in der Hauptsaison Ihres Geschäftsmodells, nicht vor einer wichtigen Kampagne. Sondern in einer Phase mit moderatem Traffic, ohne anstehende Marketing-Aktionen, mit ausreichend Zeit für Monitoring danach.